«

»

Aug 30

Vier Niebüller in Rom

Vier Niebüller in Rom

Eindrücke der Ministranten Wallfahrt 2. – 9. August 2014

Alle 4 Jahre ist es soweit: die Ministranten Wallfahrt nach Rom steht an. In diesem Jahr erstmals unter dem Motte „frei: Darum ist es erlaubt Gutes zu tun“ und unter Beteiligung aus der Gemeinde St. Gertrud in Niebüll. Nadine, Sandra, Katharina und Steven nahmen die 27-Stunden-lange Fahrt auf sich, um sich mit insgesamt 50 000 Ministranten aus ganz Deutschland und Teilen Europas zu treffen.

Die Fahrt begann für uns Nordlichter um 8:00 Uhr morgens mit der Zugfahrt nach Pinneberg. Von dort aus ging es mit den Bussen des Erzbistums Hamburg in Richtung Ewige Stadt. Etwa 24 Stunden später passierte der fröhlich singende aber doch erschöpfte Bus die Tore Roms. Erdrückende Hitze machte sich breit.

Doch für Abkühlungen im Pool war keine Zeit. Kaum angekommen ging es für die 450 Teilnehmer aus dem Erzbistum Hamburg in die päpstliche Basilika St. Paul vor den Mauern. In dieser über dem Paulus-Grab errichteten Kirche fand der Eröffnungsgottesdienst mit unseren Suffraganbistümern Osnabrück und Hildesheim statt. Doch eine heilige Messe braucht auch Messdiener. So wurden wir vier Niebüller schon von vornherein um den Dienst als Ministranten gebeten und die stolzen und im Nachhinein einzigen roten Gewänder der Wallfahrt wurden in die Koffer gepackt. Eine Ehre, welche sonst nur noch den Bergedorfern zuteil wurde.Rom

 

In den folgenden Tagen hatten wir die Chance die Stadt kennenzulernen und eigenhändig zu erkunden. Sei es bei einer 6-stündigen Stadtrallye, auf der uns unterschiedliche Freiheitsbegriffe vermittelt worden sind oder bei selbst gestaltbaren Abenden und Nachmittagen in der Stadt.

Am Dienstag war dann der große Tag. Nachdem wir zunächst die Domitila-Katakomben unter Roms ältester Kirche bestaunen durften, ging es mit den Reisebussen zum Petersplatz. Das Vesper mit dem Heiligen Vater stand an!
Während einige Ministranten schon seit 9:00 Uhr morgens anstehen um möglichst nah an Papst Franziskus zu kommen, haben wir es uns seit 16:00 Uhr bei rund 39 Grad auf dem Petersplatz „gemütlich“ gemacht – Stehen und warten war hier die Prämisse!

Doch nach zwei Stunden war er da: Papst Franziskus, welcher in seinem Papamobil um den Petersplatz fegte, stets bemüht um den Kontakt zu den 50 000 Jugendlichen vor Ort. Während man das meiste über die großen Bildschirme verfolgte, gelang es uns mal hier und mal dort einen Blick auf den Heiligen Vater zu werfen.

Als er saß, begann das Vesper. Mit viel modernem Gesang aus unseren Pilgerheften konnten wir Papst Franziskus zeigen, dass wir angekommen sind. Dieser reagierte prompt mit einer Ansprache auf Deutsch, was uns sehr beeindruckte. Mit viel Verständnis und Witz antwortete er auf die Fragen der Messdiener und Jugendlichen, welche es zum Teil schwer haben, das Leben in der Gemeinde mit ihren Freunden und ihren Hobbys in Einklang zu bringen. Darauf antwortete Franziskus: „Ich kann es verstehen, dass man nicht jeden Sonntag Zeit für die Kirche hat. Aber da muss man seine Zeit planen und Prioritäten setzen – ihr seid Deutsche, ihr könnt das!“

Die Begegnung mit dem Heiligen Vater zählt sicher zu den Highlights der Wallfahrt, ist dieser Papst doch so nah am Menschen und er selbst geblieben.

Es folgte am Mittwoch ein Ausflug in die mittelalterliche Stadt Tivoli, etwa eine Stunde entfernt von Rom und weiter zum Albaner See. Dieser liegt in unmittelbarer Nähe zu Castel Gandolfo, der Papstresidenz. Der See, ganz klar ein weiterer Höhepunkt der Romfahrt: türkises Wasser, Badewannen-Temepratur und eine atemberaubende Landschaft. Trotz des sehr kurzen Aufenthalts am Albaner See bleibt er uns auf jede Fall in Erinnerung. Am Abend hatten wir die Chance während eines „Blind Dates“ andere Teilnehmer aus Deutschland kennenzulernen, welche man aber schon in den Tagen zuvor nicht übersehen konnte: egal wo man in Rom war, die Ministranten mit ihren markanten Strohhüten und Pilgertüchern traf man überall.

Der Donnerstag war dann auch schon der letzte Tag, bevor es Freitagmorgen in Richtung Heimat ging. Man hatte genügend Zeit, um sich für die Rückfahrt zu versorgen und um letzte Einkäufe für die wartenden Familien und Freunde zu Hause zu besorgen. Ab 16:00 Uhr fand dann unser Abschlussgottesdienst statt und diesmal wieder unter Beteiligung von Niebüller Ministranten vorne am Altar. Die erste Station war dann eine Überraschung: der Petersdom!

Nachdem man große Teile dieses imposanten Baus für unseren Abschlussgottesdienst gesperrt hatte, nahmen wir alle rund um die Cathedra Petri Platz. Dort wurde uns mehr über den Apostel Petrus erzählt, auf dessen Grab nun der Papstaltar steht. Anschließend ging es in einer riesigen Menschenschlange durch den Petersdom hinaus auf den Petersplatz, immer in Begleitung von fotografier-freudigen Touristen. Über den Petersplatz ging es in sengender Hitze zur Kirche Santo Spirito in Sassia, wo der Gottesdienst fortgesetzt wurde.

Es war ein tolles Erlebnis in diesen Kirchen ministrieren zu dürfen und ein toller Abschluss für diese Wallfahrt, welche uns zum einen das Leben und Wirken der Apostel Paulus und Petrus näher brachte, doch uns zum anderen auch ermöglichte eine großartige und vielfältige Stadt und tolle Menschen in einer großen Gemeinschaft kennenzulernen.

Unser Pfarrer würde nun sagen: „Rom ist immer eine Reise wert“ und genau so ist es auch!

 

Steven, Katharina, Nadine und Sandra