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Chronik Leck

Das Gotteshaus in Leck

Die Katholische Kirche St.Josef
Der Kirchenbau in Leck
Aus den hier vorliegenden Akten ist zu entnehmen, dass erst zum Kriegsende 1945 durch den Flüchtlingsstrom katholische Bürger im Raume Leck ansässig wurden. Wollte man einen Gottesdienst feiern, so musste man zur Kirche nach Niebüll fahren.
Im Jahre 1951bemühten sich interessierte Katholiken um einen Raum, in dem ein eigener Gottesdienst abgehalten werden konnte. Es wurde ein Antrag auf Überlassung eines Klassenraumes in der damaligen Dänischen Schule gestellt, der aber leider abgelehnt werden musste, da alle Räumlichkeiten für die Unterbringung der vielen Flüchtlinge, es waren ca. 4000 im Raume Leck, benötigt wurden.
Bei der weiteren Suche gelang es, von einer ehemaligen Offiziers-Wohnheim-Baracke einen Teil des Gebäudes anzumieten. Der Mietvertrag begann am 21. 12. 1953 und war bis zum 01. 11. 1956 befristet. Auf 197 m² Fläche konnte ein Kapellenraum, eine Sakristei und eine Küsterwohnung erstellt werden.
Da abzusehen war, dass man nach einer gewissen Zeit wieder auf Suche gehen muss, bemühte sich die zuständige Seelsorgestelle in Niebüll um ein geeignetes Gelände für den Bau einer eigenen Kapelle. Es konnten zwei nebeneinander liegende Grundstücke an der Helgoland- und der Anackerstrasse erworben werden. Das eine Grundstück 495 m² groß,wurde am 01.11.1955 dem Schuhkaufmann Carsten Jessen abgekauft, das zweite 913 m² groß am gleichen Tag dem Molkereiverwalter Richard Harbs. Die Kosten betrugen insgesamt 4.600,00 DM.
Am 01. 11. 1956 erlosch das Mietverhältnis für die Baracke, dies zwang zum alsbaldigen Bau der vorgesehenen eigenen Kapelle. Während der Bauzeit konnte aber die Baracke weiter benutzt werden.
Mit dem Bau der Kirche wurde der Lecker Architekt Kluge beauftragt. Als Fertigstellung des Gebäudes, das rd. 64.000,00 DM gekostet hatte, ist der 01. 11 1957 angegeben, die Gebrauchsabnahme erfolgte am 15. 11. 1957. Das Fenster zur Anackerstrasse stellt die fünf klugen Jungfrauen beim Jüngsten Gericht dar. Die anderen Kirchenfenster, das Altarkreuz und die Leuchten stammen vom Künstler Franz Grießenbrook aus Holland.
Es stellte sich bald heraus, dass die Kapelle mit ihren 60 Sitzplätzen zu klein für die wesentlich grösser gewordene Gemeinde war. Von den inzwischen eingetroffenen Soldaten waren ca. 350 katholisch, dazu noch viele Flüchtlinge. Es wurden mindestens 100 Sitzplätze benötigt. Dazu kam, dass das Bauwerk reparaturbedürftig geworden war. Im Jahre 1964 wurde die Kapelle daher etwas umgebaut.
Es vergingen einige Jahre und der Wunsch nach einem größeren Gotteshaus mit einer ordentlichen Sakristei und einer Wohnung für den Küster wurde immer dringender. Im Jahre 1970 kamen dann Pläne auf, einen Neubau auf einem anderen Grundstück zu erstellen. Nach sehr langwierigen und schwierigen Verhandlungen einigten sich die Beteiligten auf die Empfehlung des Pfarrgemeinderates, die vorhandene Kirche zu sanieren und einen zusätzlichen Anbau für eine größere Sakristei, einen Seminarraum und eine Wohnung für den Küster zu bauen. Dadurch konnten die Kosten wesentlich herabgesenkt werden. So konnten nun endlich die ersten Baupläne erstellt werden. Schwierigkeiten ergaben sich bei der Frage, wie viele Sitzplätze sollten vorgesehen werden. Die Lösung war die Einrichtung einer Trennwand zwischen dem Altarraum und dem Seminarzimmer. Sie kann bei Bedarf geöffnet werden und somit zusätzliche Sitzplätze ermöglichen.
Baubeginn war am 17. 05. 1971, Richtfest wurde am 16. 07. 1971 gefeiert. Die Kirchweihe wurde am 12. 11. 1971 vom Militärbischof Hengsbach aus Essen vorgenommen. Nach Fertigstellung und Beseitigung vieler kleiner Mängel wünschte sich die Gemeinde eine andere Empore, um einen besseren Durchblick zum Wandfenster zu bekommen. Dies erreichte man 1974 durch ein entsprechendes Geländer. Die Bauleitung und Bauaufsicht lag bei dem Baumeister Heinrich Hüttenmüller vom Bischöflichen Generalvikariat in Osnabrück.
Die Gesamtkosten betrugen:
für den Kirchenbau: 228.019,15 DM
für die Wohnung: 76.739,13 DM
für die Einrichtungen: 48.810,90 DM
zusammen: 353.569,18 DM

Die Finanzierung erfolgte durch:

• Zuschuss des Bundes 200.000,00 DM
• Zuschuss Bonifaziuswerk Paderborn 150.000,00 DM
• Zuschuss Bonifaziuswerk Osnabrück 3.569,18 DM
• Da der Bundeszuschuss erst 1974 ausgezahlt werden konnte, musste die Gemeinde Zinsen für ein Überbrückungsdarlehen tragen.

Im Text für die Urkunde im Reliquienkasten des Altars wird erstmals der Name „St. Joseph“ aufgeführt. Wie es zu dieser Namensgebung kam, ist in den Akten nicht vermerkt. Es könnte sein, dass dieser Name gewählt wurde, weil der Heilige Joseph der Hauptpatron des Bistums Osnabrück ist. Unsere Kirchengemeinde gehörte damals noch zum Bistum Osnabrück. Der Patronatstag ist der 19. März. Die Reliquien stammen vom Hl. Florentiae und Hl. Ilarae.

Leider ist das Gotteshaus durch die Sparmaßnahmen des Erzbistums Hamburg in eine Notlage geraten. Die Schließung konnte vorerst nur durch das sehr große Engagement vieler ehrenamtlicher Helfer verhindert werden. Wir hoffen daher, dass uns unsere schöne Kirche noch lange erhalten bleibt.

Chronist Schlensang, Niebüll